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12.03.2012

Mehr Licht: Aussaatlampe für Kakteen

Jetzt geht für Kakteen - und Sukkulenten langsam wieder die Haupt - Aussaatzeit los. Deshalb findet Ihr hier ein paar Tipps zur passenden Aussaatlampe, heute mal von Gastautor und Lampenexperten Fred Zimt. Ich hoffe, Euch geht dabei ein Licht auf:)Viele Grüße, Kamama

Damit unsere Aussaat von Sukkulenten und Kakteen schon am Jahresanfang möglich war, musste ausreichend Licht her. Deshalb haben wir unsere Sukkulenten in den letzten Stunden des letzten Jahres unter Kunstlicht ausgesät.

Lichtfarbe
Mit der Lichtfarbe 865 hatte ich bei meiner allerersten Mini-Aussaat im Frühjahr 2011 gute Erfahrungen gemacht: Die Töpflein standen dabei auf einer kleinen Heizmatte und wurden mit einer 15W T8-Lampe aus einer alten Aquarien-Abdeckung beleuchtet. Je nach Lampenhersteller heißt diese Lichtfarbe auch "Cool Daylight", "Daywhite" oder "Tageslicht". Im Zweifelsfall würde ich mich auf die Nummer verlassen, alles andere scheint nicht recht vergleichbar. 

Pflanzenlampen
Spezielle Pflanzenlampen wie „Gro-Lux“ oder „Fluora“ scheinen bei der Aussaat von Kakteen und Sukkulenten keine signifikanten Vorteile zu haben. Zwar ist ihr Lichtspektrum speziell auf die Bedürfnisse von Pflanzen abgestimmt, insgesamt ist die Lichtausbeute aus technischen Gründen vergleichsweise schlecht, so dass eine Verwendung gegenüber den deutlich preisgünstigeren 865er-Röhren nicht lohnt. Eine brauchbare Übersicht der gängigen Lichtfarben gibt es bei Wikipedia.

Standort
Unsere Aussaat von Kakteen und Sukkulenten sollte dieses Jahr direkt am Fenster auf einem schmalen Heizkörper ihr Quartier finden. So spart man sich auch gleich die Heizmatte. In meinem Bastelkeller fand sich auch promt eine alte Hängeleuchte mit einer 30Watt Leuchtstoffröhre unbestimmter Lichtfarbe, die ich durch eine solche in Lichtfarbe 865 ersetzen wollte. Im Baumarkt erfuhr ich vom gewohnt sachkundigen Mitarbeiter dass es 30W-Röhren überhaupt nicht gäbe und falls doch, dann sicher nicht hier. Ich überlegte ob die Hängelampe umzubauen wäre.

Eine neuerliche Suche im  Bastelkeller förderte ein elektronisches Vorschaltgerät (EVG) zu Tage, welches ich mal bei einem ebay-Kauf als kostenlose Dreingabe erhalten hatte. Es handelte sich um ein EVG für 2x TC-L Kompakt-Leuchtstoff-Lampen.  Die 36 Watt-Version ist 415mm lang, so dass zwei Stück der Länge nach wunderbar in meine Hängelampe passten. Lustigerweise verwendet jeder Hersteller eine eigene Bezeichnung. Osram nennt sein Produkt Dulux L, Phillips Master PL-L, bei NARVA heißts KLD-L... und genau die hab ich dann gekauft: Narva Colorlux KLD-.

Zusammengebaut
Zum Bau der Aussaat – Lampe für unsere Kakteen benötigte ich dann zusätzlich zum EVG lediglich 2 Fassungen der Größe 2G11, sowie zwei Halteklammern, denn die Fassung allein trägt die Röhre nicht, wie ich feststellen mußte. Das alles konnte ich, zusammen mit den oben genannten Leuchtmitteln bei Heller Wahnsinn besorgen. Der ganze Kram kostete mit Versand nicht mal 20 Euro. Um einen Teil des Lichtes, das die Röhren nach oben abstrahlen den Pflänzlein zugute kommen zu lassen hab ich ausserdem einen Reflektor für Aquarienzwecke mit der Blechschere zur Mitarbeit überredet. Das ist eine sehr wirkungsvolle Maßname, wie man auf der Seite von Robert Miehle lesen kann.  Die so entstandene Lampe beleuchtet die Aussaat, von einer Zeitschaltuhr gesteuert, täglich 13 Stunden.

Übrigens 
Ganz ähnliche Kompaktleuchtstofflampen werden auch von den lustigen Hanfbauern zur Anzucht verwendet.
Das Stichwort ist „Stecklingsarmatur“. Wahrscheinlich könnte man sowas fix und fertig bestellen und hätte damit sogleich eine prima Sukkulenten - Anzuchtlampe. Persönlich möcht ich jedoch lieber nicht in der Kundenkartei von so einem Laden gefunden werden Ich hätt' Bedenken dass dann mal Besuch vom Amt zuhause vorbeikommt der weder höflich klingelt noch die Schuhe abtritt.

Fazit 
  • Viel Licht ist gut, mehr Licht ist besser :o)  
  • Lichtfarbe 865 hat sich bei uns gut bewährt.
  • TC-L-Lampen sind eine gute Lösung für kleine Anzuchtflächen.
Wie sich die Aussaat inzwischen entwickelt hat, seht ihr hier!
Wer tiefer in die Materie über Lichtfarben,Wuchslicht etc einsteigen will, findet hier sehr fundierte Ausarbeitungen : http://www.hereinspaziert.de/projekte.htm


21.01.2012

Schnellwachser: Plumeria, Fockea, Adenium, Kedrostis

 Inzwischen sind alle Kakteen und Sukkulenten von der Silvester - Aussaat gekeimt. Auch die Testudinaria elephantipes durfte nach zweieinhalb Wochen Keimzeit endlich aus der Schublade und bekommt das erste Blatt. Das Dunkelkeimen hat sich bewährt. Am ersten Tag haben wir die Elefantenfuß - Keimlinge erst mal in den Halbschatten gestellt, bevor sie mit unter die Lampe kamen. Der Übergang ins Helle hat den Kleinen keine Probleme gemacht, das erste Blatt hat sich dann innerhalb von zwei Tagen entwickelt.



Ein paar Sämlige wachsen sogar in Rekordzeit. Also, falls meine Sukkulentenbabys gerade ein Rennen veranstalten würden, wer am Schnellsten die Decke vom Minigewächshaus erreicht, wären Plumeria rubra und Fockea natalensis die erklärten Favoriten, dicht gefolgt von Kedrostis natalensis und Adenium obesum, die sich gerade um den dritten Platz im Rennen streiten. Ich finde es geradezu unglaublich, wie groß die Sämlinge in nur drei Wochen geworden sind:





Gerade bei den Kedrostis - Babys, die den weißen flaumigen Vermehrungspilz dank Behandlung mit Chinosol ganz gut überstanden haben, muss ich immer mal wieder an das Märchen von Jack und der Bohnenranke denken. Wer weiß, ob die mir nachts nicht doch mal das Zimmer zuwuchern? Bei den Kedrostis - Keimlingen sah das Wachstum wirklich lustig aus: anfangs sind die Mini - Kedrostis fast umgefallen, weil die Keimblätter mit den Samenkapseln zu schwer wurden und die Sämlinge aus dem Substrat gekippt sind. Dann haben sie sich aber mit langen seitlichen Wurzeln selbst wieder aufgerichtet und wachsen jetzt sagenhaft schnell. Selbt wenn man morgens aus dem Haus geht und abends wieder kommt, sieht man einen Größezuwachs.

Hier noch ein paar Grüße der anderen kleinen Sukkulenten, die sich schon mit grünen Pünktchen und Keimblättern zeigen:



Die Schizobasis intricata Babys waren an den ersten Tagen nur als weiße Pünktchen zu erkennen und sahen aus wie Mini - Silberzwiebeln. Erst nach ein paar Tagen sind sie grün geworden.
Pachypodium lamerii

Selenicereus grandiflorus
Die kleinen unscheinbaren Keimblätter gehören zu Selenicereus grandiflorus, der Königin der Nacht. Wenn die groß sind, blühen sie spektakulär mit großen weißen Blüten, allerdings nur für eine einzige Nacht, daher der Name.














Für alle Fans von Aasblumen und Stachelpflänzchen: Die Kakteen und die stinkigen Stapelien sind nächstes Mal dran, versprochen!

06.01.2012

Sukkulenter Nachwuchs zu Dreikönig

Die Kakteen und Sukkulentenaussaat von Silvester hat pünktlich zum Dreikönigstag so richtig losgelegt: Es keimt und sprießt überall! Draußen tobt der Orkan mit Hagel und Sturmwind, bei mir auf der Heizung keimen die Kakteen. Bald kommt der Frühling, ich spür's genau....

Die Sukkulenten kamen als Erste: Am Schnellsten war die Stapelia desmetiana, die erste hat bereits nach vier Tagen aus der Erde geschaut. Agave parii, Adenium obesum, Pachypodium und zu meiner großen Freude die Plumerias (Frangipani) haben gestern angefangen zu keimen. Man hört ja immer, dass Hundsgiftgewächse Schnellkeimer sind, so schnell hätt ich den Erfolg bei Adenium und Plumeria aber nicht erwartet. Die Samen sahen aus wie Papier, ich war total skeptisch ob da überhaupt was kommt. Und jetzt eine Keimquote von über 90%....eine tolle Überraschung!


Die Adenium - Samen haben wir vorher kurz eingeweicht, aber höchstens eine Stunde. Bei der Plumeria habe ich von einer Aussaat die Flügel der Samen entfernt, bei der anderen habe ich sie dran gelassen - kam beides gleich gut, die Aussaat ohne Flügel war vielleicht eine Spur schneller. Auch die staubfeinen Samen der hübschen Mittagsblume Trichodiadema densum haben schnell die ersten Keimblätter bekommen. Bei der Aussaat waren die feinen Körner mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen.



Schimmel im Gewächshaus?!
Eine erste kleine Keimkrise beim Nachwuchs gabs auch schon: die frisch ausgetriebene Kedrostis hatte einen leichten Schimmelpilz. Erst hab ichs gar nicht erkannt und für Wurzeln gehalten, weil die Sämlinge eigentlich gut aussahen.

Dann folgten Schock und Gärtnerpanik - nach kurzer Telefonkonferenz mit meinem Mitaussäer und Kakteenexperten F.Z. hab ich gleich Katastrophenmanagement betrieben: Die befallenen Behälter gelüftet, die Sämlinge aus der Anzuchtdose rausgetan, frisches Regenwasser abgekocht und mit Chinosol versetzt, dann die Behälter eingesprüht. Ich hoff das hats gebracht. Drückt die Daumen dass sich der Schimmel nicht ausbreitet und die Kleinen noch zu retten sind! Jetzt hab ich noch einen Kaltauszug mit Schachtelhalm angesetzt. Darin ist jede Menge natürliche Kieselsäure enthalten - das soll die Widerstandsfähigkeit der Keimlinge gegen unerfreuliche Pilze stärken. Ich habe gelesen, dass auch Lapacho - Tee als natürliches Mittel gegen Schimmel helfen soll und das Chinosol ersetzen kann. Wenn da jemand Erfahrungswerte hat, würde ich  mich über einen Kommentar freuen.

Noch nichts tut sich bei den Aussaten von Hildewintera colademonis, Selenicereus grandiflorus, Fockea natalensis, Aeonium und Testudinaria elephantipes. Letztere steht in einer dunklen Schublade, die darf ich nicht vergessen! Ich bin gespannt, wann da die ersten grünen Pünktchen erscheinen...

Übersicht:

04.01.2012

Silvester: Sukkulenten- und Kakteen- Aussaat

Es gibt viele Arten ins neue Jahr zu starten. Wir - mein schon mal erwähnter Lieblingskakteenexperte F.Z. und ich - haben die diesjährige Silvesternacht genutzt, um jede Menge Kakteen -  und Sukkulentensamen in die Erde zu bringen. Das neue Jahr wurde bei uns also mit neuen Pflanzen eingeläutet - das perfekte Silvesterritual für Hobbygärtner mit Gründaumen!


Die Vorbereitung
Zuerst haben wir das fein gesiebte, mineralische Sukkulentensubstrat im Backofen durchgebacken, um es zu sterilisieren. Die Aussaattöpfe selber wurden in Kaliumpermanganat - Lösung desinfiziert.



Zum Anstauen der Aussaattöpfe haben wir abgekochtes Regenwasser verwendet, in das etwas Chinosol gegeben wurde, damit sich kein Pilz in die kleinen Kakteen und Sukkulenten einnisten kann. Man nimmt 1g Chinosol auf 2l Wasser. Und schon kanns losgehen:






 Aussaat
Unser Aussaatplan war sportlich und von langer Hand vorbereitet: Das Saatgut stammte von Kakteen Uhlig und Kakteen Köhres, zwei wirklich empfehlenswerte Quellen für Kakteen - und Sukkulentensamen. Die Auswahl erfolgte nach Lust, Laune und Interessengebiet:



Eine bunte Mischung an Schnell - und Langsamkeimern, Kakteen und Sukkulenten also. Die Samen wurde auf selbst gemischtes mineralisches Substrat mit Bimskies, Lava und Perlite aufgestreut, nur die Plumeria-Samen wurden leicht in das Substrat gesteckt. Am Ende haben wir die Samen noch mit lichtdurchlässigem Quarzsand abgestreut. Kakteen und Sukkulenten sind Lichtkeimer, deshalb haben wir die meisten Samen nur auf das Substrat gestreut und den lichtdurchlässigen Sand zum Fixieren der Samenkörner benutzt. Die Töpfe kamen dann in (ebenfalls sterilisierte) Plastikdosen, die als eigene, kleine Mini - Gewächshäuser funktionieren. Im Internet bekommt man Heimchendosen für den Terrarienbedarf (zum Glück auch ohne Getier drin), die eignen sich sehr gut für die Aussaat. Man muss beim Kauf darauf achten, dass die Dosen für den richtigen Gewächshauseffekt für die Aussaat von Kakteen keine Löcher haben.

Die Aussaat steht jetzt bei ca. 25 Grad bei mir auf der Heizung, darüber eine Turbo - Leuchtstoffröhre mit Reflektor für's Wachstum auch im Winter. Bis auf die Testudinaria elephantipes, die steht als einziger Dunkelkeimer kühl in einer geschlossenen Schublade. Was wird wohl als erstes keimen?