Seit kurzem bin ich stolze Besitzerin einer kleinen Schönheit: schnittig, edel, niedrig im Verbrauch, ein echter Ferrari. Was hat das denn mit Kakteen zu tun, wird sich der eine oder andere fragen. Vielleicht wundert es euch auch, dass das Kakteenbloggen so lukrativ ist, dass man gleich mit dem Ferrari vorfährt. Wer mich kennt, wird vielleicht auch überrascht sein, dass ich auf einmal von Autos schwärme, bin ich doch eher Bus- und Radfahrerin. Ich teile mein Geheimnis mit Euch: meinen Ferrari kann sich jeder leisten. Ist nämlich kein Auto. Sondern ein Kaktus.
Ich rede nämlich von dem hübschen Gymnocalycium ferrari, der gerade im Sommerquartier auf meinem Balkon blüht. In den Kleinen habe ich mich vor ein paar Wochen bei Kakteen Uhlig verliebt, als wir dort beim Tag der offenen Tür waren. Ist übrigens eine sehr schöne Veranstaltung, mit Kaffee und Kuchen im Gewächshaus, und immer wieder eine tolle Variante, den Sonntag zu verbringen. Gymnocalcyum ferrari stammt aus Argentinien und ist mein erster Vertreter der Gattung Gymnocalycium. Fasziniert hat mich auch der schuppige, rosa graue Blütenkelch, der der Gattung seinen Namen gibt. "Gymnocalycium" bedeutet übersetzt ganz einfach " nackter Kelch". Ob die Benennung "Ferrari" tatsächlich mit der berühmten Automarke zusammen hängt, habe ich leider nicht raus finden können. Auf jeden Fall ein wunderschöner Kaktus!
Im Kakteen - und Sukkulentenblog Cactus Practice gibt es Geschichten und Gedanken rund ums Hobbygärtnern mit stachligen und anderen Gewächsen, Tipps für Aussaat und Pflege von Kakteen, Sukkulenten und Epikakteen, Hoyas, Stapelien, Ceropegias, Schlumbergeras, Passionsblumen, Opuntien uvm. Experimentalgärtnern auf kleinem Raum mit viel Enthusiasmus!
11.07.2012
24.06.2012
Der Horber Kakteengarten: Schönheit hinter Gittern
| Kakteengarten Horb Kameraperspektive auf Augenhöhe |
Leider entpuppt sich die wunderschöne
Anlage als wohlgehütetes Geheimnis, Internetrecherche ergibt einige Berichte aus der Lokalpresse und die veraltete Seite vom letztjährigen Neckarblühen, leider kaum Fotos. Schon seit einiger Zeit
versuche ich, jemanden zu erreichen, um einen Ortstermin im Garten zu
bekommen. Lediglich jeden ersten Sonntag im Monat ist die Anlage für
zwei Stunden für die Öffentlichkeit zugänglich - ein recht
knappes Zeitfenster, zur Hauptblütezeit der Opuntien ist der Garten
somit ganze 2 Stunden geöffnet. Aber es handelt sich ja um ein Projekt von Bürgern für Bürger, also muss man wohl auch rein kommen. "Nach Absprache" soll der Kakteengarten in Horb auch zu besichtigen sein, dies erfuhr ich über eine Infotafel in Sichtweite des Eingangs (Notiz an mich: Sehtest machen!) als ich vor einigen Wochen schon mal vor verschlossenen Türen stand. Ich nahm an, man könne gegen Pfand einen
Schlüssel bei der Stadt Horb ausleihen, aber man erreicht auch hier
nur schwer den richtigen Ansprechpartner. Nach einigem Hin und Her
mit dem Horber Stadtsekretariat stellt sich heraus, dass die Stadt scheinbar keine Schlüssel hat und man wohl
lediglich über den Verein in den Garten kommt. Den Vorstand der
Schwarzwälder Kakteenfreunde, Holger Dopp, erreiche ich aber leider nicht. Vielleicht wäre eine Kontakt - Mailadresse ja eine Lösung?
Ich begebe mich also flugs in eine
erhöhte Position, damit ich mit meiner kleinen Kamera über den
knapp 3 Meter hohen Holzzaun reiche und zoome was das Zeug hält,
damit Kaktusliebhaber aus dem ganzen Land wenigstens aus der Ferne in
den Genuss der geheimen Blütenpracht am Neckar kommen. Wunderschön
ist er nämlich, der kleine aber feine Horber Kakteengarten. Möge
sich sein Ruf auch außerhalb des idyllischen Städtchens am Neckar
verbreiten! Vielleicht sorgt ein gesteigertes Interesse ja dafür,
dass die stacheligen Schönheiten öfter mal der Öffentlichkeit
präsentiert werden.
Ich hoffe, diese Bilder sorgen dafür, dass noch viele Kaktusfreunde mal in Horb vorbei schauen und den Garten besuchen. Ich finde ja, dieser schöne Garten hätte eine eigene Webseite durchaus verdient! Zufällig kenn ich da eine Webkonzeptionerin..:o)
Um doch noch in den Garten zu gelangen, versuche ich vielleicht noch mal am ersten Sonntag im Juli mein Glück. Vielleicht mag der ein oder andere Kakteenfreund mit?
Ich hoffe, diese Bilder sorgen dafür, dass noch viele Kaktusfreunde mal in Horb vorbei schauen und den Garten besuchen. Ich finde ja, dieser schöne Garten hätte eine eigene Webseite durchaus verdient! Zufällig kenn ich da eine Webkonzeptionerin..:o)
Um doch noch in den Garten zu gelangen, versuche ich vielleicht noch mal am ersten Sonntag im Juli mein Glück. Vielleicht mag der ein oder andere Kakteenfreund mit?
Horber Kakteengarten Basisinfos:
Wo: Horber Sommerhalde (Beschilderung
ab Stadttor/ Gasthaus Schwanen )
Öffnungszeiten: jeden ersten Sonntag
im Monat 14 bis 16 Uhr "und nach besonderer Vereinbarung"
* Wenn ein Kakteenfreund weitere Infos hat, wie die " besonderen Vereinbarungen" erfolgreich getroffen werden, oder gar schon erfolgreich "außer der Reihe" den Garten besichtigen konnte, würde ich mich über Kommentare sehr freuen!
21.06.2012
Cactus Practice on Tour: heimische Sukkulenten in der Pfalz
Im Sommer, wenn das Wetter sich wieder
auf der sonnigen Seite zeigt, gibt es oft so viele Ausflugsziele und blühende Kakteengärten zu entdecken und nicht zuletzt eigene Gärten zu pflegen, dass das
Bloggen manchmal ein wenig ins Hintertreffen gerät. Deshalb hat
sich in den letzten Wochen so einiges angesammelt, von dem ich Euch
gerne erzählen wollte. Die Pause hat sich aber gelohnt, ich habe unterwegs viele schöne neue Pflanzen und Orte kennen gelernt.
Vor einigen Wochen war ich in der
sonnigen Pfalz, auf der Spur einheimischer Sukkulenten. Im
Naturschutzgebiet Felsenberg zwischen Kallstadt und Herxheim gibt es
nämlich die einzige Population von Sedum dasyphyllum nördlich der
Alpen und westlich des Rheins, wie mich mein einheimischer Führer informiert.
Zum Wiederbelebungsspaziergang nach dem Kallstadter Fest der 100 Weine (Nomen est omen) ziehen wir also aus, dieses kleine botanische Wunder zu suchen. Und tatsächlich erstaunt es mich gar nicht, dass diese Mittelmeerpflanze sich an diesem sonnigen Fleckchen an der Weinstraße sehr wohl zu fühlen scheint. Selbst für mich als sonnenverwöhnte Halbgriechin fühlt sich die Wanderung durch die Weinberge sehr südlich an.
Unterwegs finden wir einige schöne Pflanzen wie noch blühende Küchenschellen und Rosa arvensis.
Zum Wiederbelebungsspaziergang nach dem Kallstadter Fest der 100 Weine (Nomen est omen) ziehen wir also aus, dieses kleine botanische Wunder zu suchen. Und tatsächlich erstaunt es mich gar nicht, dass diese Mittelmeerpflanze sich an diesem sonnigen Fleckchen an der Weinstraße sehr wohl zu fühlen scheint. Selbst für mich als sonnenverwöhnte Halbgriechin fühlt sich die Wanderung durch die Weinberge sehr südlich an.
Unterwegs finden wir einige schöne Pflanzen wie noch blühende Küchenschellen und Rosa arvensis.
Auch
Sedum acre, der einheimischer Mauerpfeffer
wächst auf den dortigen Trockenwiesen.Ich darf mal ein Blättchen
probieren und bin erstaunt über den pfeffrigen Abgang im Aroma der
Pflanze.
![]() |
Nach einer Weile finden wir in einer
Felsspalte aber tatsächlich das gesuchte Gewächs:
![]() |
| Sedum dasyphyllum |
In den dortigen Felsspalten hat es Sedum dasyphyllum besonders windgeschützt und schlängelt sich in großen Polstern die Felsen hoch. Die kleinen, dickblättrigen Rosetten sehen tatsächlich faszinierend aus und wirken wie ein südlicher Felsengarten. Das grauweiß erscheinende Sedum darsysphyllum wirkt bei naher Betrachtung wie von einem feinen, weißen Flaum überzogen, was der Pflanze ein sehr zartes Aussehen verleiht.
Zum Vergleich Sedum ---- Es ist etwas großblättriger in der Wuchsform und macht etwas längere Stengel.
Auf dem Nachhauseweg begegnet uns noch eine Weinbergschnecke, die es sich an einem Stück Holz aus einem alten Rebstock gemütlich gemacht hat. Auf Pfälzisch heißen die knarzigen Stöcke, die hier überall in den Weinbergen zu finden sind, Reeweknorze. Ein schönes Wort...
Alles in allem war es eine sehr schöne und sonnige botanische Miniexkursion durch Weinberge und felsige Nischen. Und auch die Nachwirkungen vom guten Kallstadter Wein hat der Ausflug zum Herxheimer Felsenberg aufs Angenehmste gemildert.
Wer Urlaub in und um Kallstadt und das Naturtzgebiet Felsenberg machen möchte, findet alle wichtigen Infos sowie Veranstaltungen und freie Zimmer hier: http://www.freinsheim.de/
Wer Urlaub in und um Kallstadt und das Naturtzgebiet Felsenberg machen möchte, findet alle wichtigen Infos sowie Veranstaltungen und freie Zimmer hier: http://www.freinsheim.de/
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